Richtlinie zum Abkürzen der Ausbildungszeit

§ 1
Die Tierärztekammer Nordrhein hat auf Antrag die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass der/die Auszubildende das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht (§ 8 Abs. 1 BBiG).
 
§ 2
Den Antrag stellt der/die Auszubildende gemeinsam mit dem/der Ausbildenden.Eine beglaubigte Kopie des Abitur- bzw. Fachabiturzeugnisses muss diesem Antrag beigefügt sein.
 
§ 3
Der Antrag kann frühestens gleichzeitig oder nach Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages, aber auch schon vor Beginn des Ausbildungsverhältnisses gestellt werden. Der Antrag muss spätestens so lange vor dem zu erwartenden Prüfungstermin gestellt werden, wie die beantragte Verkürzungszeit beträgt. Er bedarf der Schriftform.
 
§ 4
Die Tierärztekammer entscheidet nach Prüfung im Einzelfall. Die Entscheidung bedarf weder des Einvernehmens noch der Genehmigung des/der Auszubildenden bzw. Ausbildenden. Vor der Entscheidung sind die Beteiligten zu hören.
 
§ 5
Die Antragsteller haben begründet darzulegen und nachzuweisen, dass das Ausbildungsziel tatsächlich in der gekürzten Zeit erreicht wird. Das Ausbildungsziel und die Ausbildungsinhalte dürfen nicht beeinträchtigt werden.
 
§ 6
Als Gründe für die Abkürzung des Ausbildungsverhältnisses werden nur anerkannt:
                                                                                                                                
1. Abitur, Fachhochschulreife, Fachhochschulreife schulischer Teil                                       Verkürzung um 6 Monate  
 
2.  abgeschlossene Berufsausbildung als                                                                                       Verkürzung um 6 Monate
Arzthelfer/-in/med. Fachangestellte/r, Zahnarzthelfer/-in/zahnmed. Fachangestellte/r,
vet.-med.-techn.-Assistent/-in, med.-techn.-Assistent/-in, biolog.-techn.-Assistent/-in,
Biologielaborant/-in, Tierwirt/-in, Tierpfleger, Krankenschwester,
Kinderkrankenschwester, Veterinäringenieur/-in sowie deren Nachfolgeberufe
 
3. Erfolgreicher Abschluss des Einstiegs-Qualifizierungsprogramms Jugendlicher (EQJ) gemäß dem Bewertungsschema der Tierärztekammer Nordrhein für die Anrechenbarkeit auf die Berufsausbildung „Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r“
                                                                                                                                                                  bis zu 6 Monate
 
§ 7
Die §§ 7 Abs. 1 und 45 Abs. 1 bis 3 BBiG bleiben von dieser Richtlinie unberührt.
 
§ 8
Inkrafttreten
Diese Richtlinie tritt mit Wirkung vom 01.08.2007 in Kraft.
                                                                                                                                                          
§ 45 (BBiG)
Zulassung zur Abschlussprüfung in besonderen Fällen
Gem. § 45 (1) BBiG können Auszubildende nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule unmittelbar vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen.
Hierzu sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, d. h. Notendurchschnitt in den prüfungsbezogenen Fächern in der Berufsschule von 2,0 (dabei darf keine Note schlechter als 3 sein) sowie die regelmäßige Teilnahme am Berufsschulunterricht – insgesamt darf eine Fehlzeitenquote von 10% in der Berufsschule und in der tierärztlichen Praxis nicht überschritten werden.
Antragsformulare werden zu gegebener Zeit in der zuständigen Berufsschule auf Anfrage ausgefüllt und ausgehändigt.