Kammer der Tieraerztekammer

Vergabe von Impfterminen für systemrelevante Berufsgruppen der Tierärztinnen und Tierärzte pp.

Mit gesondertem Beitrag vom 1. April 2021 informierten wir Sie über den aktuellen Sachstand hinsichtlich unserer Anstrengungen für die systemrelevanten Berufsgruppen der Tierärztinnen und Tierärzte, Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpfleger eine Priorisierung bei der Impfstoffzuteilung zu erwirken.
 
Wir betonen, dass Personen, die im Rahmen der Ausübung eines Heilberufes mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind gemäß § 3 Absatz 1 Nummer 5 der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung - CoronaImpfV) mit hoher Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben. Nach unserer Überzeugung gehören hierzu auch zwingend Tierärztinnen und Tierärzte sowie für sie tätigen Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpfleger.
 
Die Tierärztekammer Nordrhein geht aus diesem Grund davon aus, dass die vorgenannten Berufsgruppen zu der Priorisierungsgruppe 2 gemäß § 3 Absatz 1 Nummer 5 CoronaImpfV gehören. Wir empfehlen daher, dass sich die Angehörigen der genannten Berufsgruppen bei der in ihrem Kreis bzw. in ihrer Stadt zuständigen Stelle für einen Impftermin anmelden. Eine Übersicht der Impfzentren in Nordrhein-Westfalen verlinken wir in diesem Beitrag.
 
In diesem Zusammenhang stellen wir Ihnen nachfolgend unser offizielles Positionspapier vom 21. April 2021 zu Verfügung.

Corona-Impfung: Tierärzte fordern Einbindung

Zum vorgenannten Thema hat der WDR in seiner Sendung "Hier und heute" am 29. März 2021 ein Interview ausgestrahlt. Wir verlinken nachfolgend den entsprechenden Beitrag in der WDR-Mediathek.

Weiterhin informieren wir Sie über den Artikel des Kölner Express vom 30.03.2021.

UPDATE zur Priorisierung der systemrelevanten Berufsgruppen der Tierärztinnen und Tierärzte, Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpfleger bei der Impfstoffzuteilung.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) vertritt in dem Schreiben vom 31.03.2021 an die beiden Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe unverändert die Auffassung, dass vor dem Hintergrund der Impfstoffknappheit keine Priorisierung von Tierärztinnen und Tierärztinnen gemäß 3 Abs. 1 Nr. 5 Coronavirus-Impfverordnung (Heilberufe mit hohem oder erhöhtem Expositionsrisiko) erfolgen kann. Die Rückmeldung des MAGS NRW setzt sich – trotz wiederholter Hinweise der beiden Tierärztekammern in NRW – erneut nicht mit den anderslautenden Regelungen/Entscheidungen in anderen Bundesländern, wie z.B. Schleswig-Holstein auseinander.
 
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein sieht beispielsweise für die Tätigkeit in Kleintierpraxen „im Regelfall“ ein erhöhtes Expositionsrisiko und somit eine Priorisierung gemäß Stufe 2. Für Großtierpraktiker sei nach Auffassung des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein das Expositionsrisiko hingegen im Einzelfall zu prüfen. Die Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen Lippe wirken darauf hin, dass diesbezüglich keine Unterscheidung gemacht wird. Ferner heißt es in der Entscheidung aus Schleswig-Holstein: Die Coronavirus-Impfverordnung beinhalte neben § 3 Abs. 1 Nr. 5 weitere Priorisierungsregelungen, die auch für Tierärztinnen und Tierärzte zutreffend sein können, wie z.B. bei Tätigkeiten in Veterinärämtern als Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitsdienst (gem. § 3 Abs. 1 Nr. 10 erster Halbsatz; Priorisierungsstufe 2) oder bei regelmäßigen Tätigkeiten in Schlachtbetrieben oder in der Ernährungswirtschaft (gem. § 4 Abs. 1 Nr.5 soweit nicht bereits § 3 Abs. 1 Nr. 10 erster Halbsatz greift; Priorisierungsstufe 3).
 
Beide Tierärztekammern in Nordrhein-Westfalen werden sich weiterhin für eine umfassende Priorisierung der Tierärzteschaft, der Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpfleger einsetzen. Wie wir feststellen konnten, nehmen einige Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen bereits Priorisierungen vor, andere hingegen (noch) nicht.
 
Wichtig: Tierärztinnen und Tierärzte, die in Rahmen von Corona-Testzentren tätig sind, müssen diese Tätigkeiten nicht ohne Impfschutz ausüben: Auf seiner Homepage hat das MAGS NRW bereits klargestellt, dass ab Anfang März in NRW auch dem Personal in SARS-CoV-2-Impf- und Testzentren ein Impfangebot unterbreitet werden soll. Dieser Personenkreis befindet sich also in Priorisierungsstufe 2.

[Archiv] UPDATE zur Priorisierung der systemrelevanten Berufsgruppen der Tierärztinnen und Tierärzte, Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpfleger bei der Impfstoffzuteilung

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) hat die beiden Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe mit E-Mail vom 26.03.2021 darüber informiert, dass derzeit noch nicht abschließend beantwortet werden kann, inwieweit Tierärztinnen und Tierärzten gegebenenfalls die berufsbezogene Impfung gemäß Stufe 2 (Impfung mit hoher Priorität) oder eine Impfung gemäß Stufe 3 (Impfung mit erhöhter Priorität gem. § 4 Abs. 1 Nr. 5: Personen in besonders relevanter Position in Unternehmen der Kritischen Infrastruktur) unterbreitet werden kann.
 
Das MAGS hat mit der aktuellen Rückmeldung allerdings lediglich auf das erneute Schreiben der beiden Kammern vom 05.03.2021 reagiert (siehe unsere Meldung vom 09.03.2021), nicht jedoch auf das jüngste Schreiben der beiden Kammern, in dem explizit auf die klaren Aussagen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein zur erfolgten Impfpriorisierung von Tierärztinnen und Tierärzten hingewiesen wurde.
 
Nach der Überzeugung beider Kammern sind die Feststellungen des Ministeriums in Schleswig-Holstein zugunsten der Tierärzteschaft, die auf Grundlage der bundesweit geltenden Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) getroffen wurden, in der Antwort des MAGS unberücksichtigt geblieben. Daher haben die Tierärztekammer Nordrhein und die Tierärztekammer Westfalen-Lippe heute unmittelbar auf die Rückmeldung des MAGS geantwortet, um erneut auf eine Priorisierung der Tierärzteschaft, der Tiermedizinischen Fachangestellten und Tierpflegerinnen und Tierpfleger hinzuwirken.