Kammer der Tieraerztekammer

Informationen zur Geflügelpest (HPAI)

Europaweit wurden seit Oktober 2020 Ausbrüche des Geflügelpestvirus HPAI (Hochpathogene Aviäre Influenza) nachgewiesen. Umgangssprachlich auch "Vogelgrippe". Unter anderem in den Niederlanden, Großbritannien sowie in Frankreich. Es wird vermutet, dass Zugvögel das Virus eintragen.
 
In Deutschland sind Anfang Januar 2021 in erster Linie die Gebiete in der Nähe von Ost- und Nordseeküste betroffen, also zum Beispiel Niedersachen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. In einigen dieser Bundesländer wurde die Stallpflicht angeordnet.
 
Das Virus hat auch Nordrhein-Westfalen erreicht: So wies das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im Kreis Kleve und im Kreis Wesel im November und Dezember 2020 bei insgesamt drei verendeten Wildgänsen und einen Bussard den Geflügelpestvirus HPAI (Subtyp H5N8) nach.
 
UPDATE, 15.01.2021: Zumindest vorläufig wird auf eine allgemeine Aufstallungspflicht verzichtet. Von offizieller Seite ergeht jedoch an alle Tierhalterinnen/Tierhalter die Empfehlung, ihre Tiere aufzustallen, wo es möglich ist. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der unten verlinkten Pressemitteilung des Kreis Wesel vom 15.01.2021.
 
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) ruft alle Geflügelhalter zur Wachsamkeit auf: Das Ministerium bittet, alle Funde von verendeten wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln dem Veterinäramt des jeweiligen Kreises und der kreisfreien Stadt zu melden.Eine Aufstellung der Veterinärämter finden Sie weiter unten. Wie bei einem Vogelfund genau zu verfahren ist, lesen Sie bitte auf der Informationsseite des Landesamts für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV). Den entsprechenden Link finden Sie ebenfalls weiter unten.
 
Ferner erinnert das MULNV an die Pflicht zur konsequenten Einhaltung der mit der Geflügelpest-Verordnung vorgegebenen Biosicherheitsmaßnahmen. Dies gilt nicht nur für Zuchtbetriebe pp., sondern auch für Personen, die privat Geflügel halten. Und sei es nur in geringer Zahl. Das Ministerium ergänzt: "[…] Für Menschen sei das Virus im Regelfall ungefährlich. Bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel kann eine Möglichkeit der Ansteckung nicht gänzlich ausgeschlossen werden. […]"
 
Beispiele für die zu beachtenden Biosicherheitsmaßnahmen sind (Aufzählung nicht abschließend):
 
Das Hausgeflügel darf nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden.
 
Es darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben.
 
Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.
 
Bei erhöhten Tierverlusten im Bestand ist dieser unverzüglich tierärztlich zu untersuchen.
 
Und wichtig! Das Ministerium betont: "[…] Sollten Geflügelhaltungen bislang nicht bei der Tierseuchenkasse Nordrhein-Westfalen registriert sein, sollte dies schnellstens nachgeholt werden. […]" Die Tierseuchenkasse ist der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen angeschlossen. Das Meldeformular ist weiter unten verlinkt.
 
Rechtsgrundlagen:
Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung): Link.
 
Quellen:
Informationsseite des LANUV: Link.
Informationsseite des FLI: Link.
Risikoeinschätzung des FLI vom 08.01.2021: Link.
Pressemitteilung des MULNV vom 19.11.2020: Link.
Liste mit allen Veterinärämtern in Nordrhein-Westfalen: Link.
Tierseuchenkasse (Meldeformular): Link.
Pressemitteilung des Kreis Wesel vom 15.01.2021: Link.