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Tierärztekammer Nordrhein unterstützt Forderungen nach Verbot von Langzeittransporten von Zuchtrindern

Die Forderung nach einem Verbot von Langzeittransporten von Zuchtrindern in Drittländer wird vom Vorstand der Tierärztekammer Nordrhein und den Kammerausschüssen für Tierschutz, Angelegenheiten der Nutztierpraxis und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Es gibt mehr und mehr aktuelle und nachvollziehbare Berichte von europäischen Sachverständigen wie dem österreichischen Tierarzt und EU-Transportbeauftragten Dr. Alexander Rabitsch oder seriösen Tierschutzorganisationen
 
wie den Animals Angels oder anderer NGOs, dass die europäische Tierschutzgesetzgebung außerhalb der EU-Grenzen nicht eingehalten werden. Dabei reichen die Verstöße von tagelangen Wartezeiten an den Grenzen zur Türkei im Sommer über wochenlange Ferntransporte nach Usbekistan oder in die Mongolei, ohne dass die Tiere regelmäßig abgeladen und versorgt werden. Die in den Anträgen angegebenen Versorgungsstellen in Drittländern sind oftmals gar nicht vorhanden, so dass es auf diesen Transporten vollkommen unabhängig von der Jahreszeit (Kontinentalklima mit kalten Wintern und heißen Sommern) zu schweren Tierschutzverstößen kommt.

Bei den aufgeführten Tierschutzproblemen beim Zuchtviehtransport ist das Thema Schlachten nach muslimischen Ritus (Schächten = Schlachten ohne Betäubung), z. B. in den Ländern Nordafrikas, aber auch in der Türkei und teilweise im Kaukasus und in Mittelasien noch ausgeklammert. Denn die Frage, wo die vielen tausend wertvollen „Zuchtrinder“ in diesen Ländern alle geblieben sind und warum diese Länder anscheinend nicht in der Lage sind, aus diesem Zuchtmaterial, was den Transport überlebt hat, eine eigenständige, nachhaltige Rinderzucht zu etablieren, ist noch vollkommen unbeantwortet.
 
Auch aus diesen Gründen unterstützt die Tierärztekammer Nordrhein Tierschutzverbände und andere NGOs bei deren Forderung nach dem Verbot langer Drittlandexporte und fordert eine verstärkte Hinwendung zum Fleisch-, Sperma- und Embryoexport. Außerdem appelliert die Tierärztekammer Nordrhein an die Landesregierung in NRW im Interesse eines angewandten Tierschutzes die Durchführung derartiger Drittland-Transporte (z. B. nach Usbekistan) zu untersagen.

Tierärztekammer Nordrhein
Die Präsidentin
gez. Dr. Starke
Kempen, im März 2019