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Hinweise zur Ausbildung von Tiermed. Fachangestellten

Zuständige Stelle für die Berufsausbildung

Die für die Berufsausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten/zum Tiermedizinischen Fachangestellten1 zuständige Stelle ist die Tierärztekammer des jeweiligen Bundeslandes. Ihr obliegt die Kontrolle, Überwachung und Förderung der praxisbezogenen beruflichen Ausbildung, und ihr ist der zwischen Ausbilder/Ausbilderin2 und Auszubildender/Auszubildendem3 abzuschließende Berufsausbildungsvertrag zwecks Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse vorzulegen.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen und Problemen, die aus der Berufsausbildung entstehen, und auch bei Fragen bezüglich der Zulassung zur Abschlussprüfung an die Tierärztekammer Nordrhein.

§ 13 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) - Arbeitspflicht

„Auszubildende haben die in ihrem Rahmen ihrer Berufsausbildung aufgetragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen. Unter Berücksichtigung des besonderen Ausbildungszweckes sind ihnen nur solche Aufgabe zu übertragen, die der Ausbildung dienen.“

Das Ausbildungsfeld zur Tiermedizinischen Fachangestellten umfasst zwar auch Maßnahmen der Praxishygiene (§ 4 Nr. 3 Tierarzthelferinnen-Ausbildungsverordnung). Das bedeutet jedoch nicht, dass Auszubildende die Reinigungskraft ersetzen sollen oder können. „Maßnahmen der Praxishygiene“ sind nicht zu verwechseln mit allgemeinen Putz-, Wisch- und Räumarbeiten.

Bitte beachten Sie die konkretisierenden Ausführungen im Ausbildungsrahmenplan, den wir jedem blanko übersandten Ausbildungsvertrag beigefügt haben.

§ 7 Ausbildungsverordnung - Führung des Ausbildungsnachweises (Berichtsheft)

Bei der Führung des Ausbildungsnachweises durch die Auszubildenden ist aus gegebener Veranlassung darauf hinzuweisen, dass der Ausbildungsnachweis gem. § 7 Ausbildungsverordnung in Form eines schriftlichen Ausbildungsnachweises zu führen ist. Die Nachweise sind regelmäßig monatlich zu schreiben und dem ausbildenden Tierarzt zwecks Durchsicht und Abzeichnung monatlich vorzulegen. Auch der ausbildende Tierarzt hat die Pflicht, die ordnungsgemäße Führung während der Arbeitszeit zu gewährleisten und zu überwachen.

Ebenso ist der Ausbildende verpflichtet, den Auszubildenden mindestens die in der Ausbildungsverordnung bzw. dem Ausbildungsrahmenplan vorgeschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln.

Die Ausbildungsnachweise der Auszubildenden sollen die jeweiligen Lerninhalte des entsprechenden Ausbildungsabschnittes des Ausbildungsrahmenplanes wiedergeben. Die laufenden Nummern des Ausbildungsrahmenplanes sind den Monatsberichten entsprechend zuzuordnen, um festzustellen, in welchen Zeiträumen schwerpunktmäßig auf die jeweiligen Lerninhalte eingegangen wurde. Der Ausbildungsrahmenplan ist in jedem Ausbildungsnachweis installiert.

Der Ausbildungsnachweis ist auf Verlangen der Tierärztekammer zur Einsicht vorzulegen. Er ist nach der Prüfungsordnung der Tierärztekammer Nordrhein Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung. Eine Benotung bei der Abschlussprüfung erfolgt jedoch nicht.

Röntgen

Der Rahmenlehrplan sieht die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse über Strahlenschutz und über den Umgang mit dem Röntgengerät vor. Die nach „Richtlinie nach Röntgenverordnung“ geforderten 32 Ausbildungsstunden werden im Röntgenunterricht vermittelt. Eine praktische Unterweisung in der Praxis nach Ausbildungsrahmenplan bleibt hiervon unberührt.

Die Auszubildenden dürfen gem. § 22 (1) der Röntgenverordnung nur zu Ausbildungszwecken, d. h. nur unter Aufsicht, röntgen. Gem. § 29 (2) der Röntgenverordnung wird die gesetzlich geforderte Kenntnis über die Anwendung von Röntgenstrahlen erst mit Ablegung der Prüfung über die Kenntnisse im Strahlenschutz erworben. Bei der Ausbildung zum Röntgen haben die Auszubildenden ein Dosimeter zu tragen, auch wenn sie nur gelegentlich zu Ausbildungszwecken am Röntgen beteiligt sind.

Schutz- und Berufskleidung / Schulbücher

Der Arbeitgeber hat der Tiermedizinischen Fachangestellten die notwendig werdende Schutz- und Berufskleidung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Gem. § 14 (1) Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes hat der Ausbildende dem Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung zu stellen, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen, auch soweit solche nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforderlich sind.

Besucht ein in betrieblicher Ausbildung stehender Auszubildender kraft gesetzlicher Verpflichtung die Berufsschule, so braucht der Ausbildende die für den Unterricht erforderlichen Bücher und sonstigen Schulmittel grundsätzlich nicht zur Verfügung zu stellen und auch nicht für Material- oder Benutzungskosten im rahmen der praktischen Unterweisung aufzukommen.

Ausbildungsbeginn und Ausbildungsende

Die Ausbildungszeit eines Auszubildenden beginnt grundsätzlich am 1. August eines Jahres, damit die praktische Ausbildung mit der theoretischen Ausbildung (Berufsschule) konform läuft (Duales Ausbildungssystem). Auszubildende, die die Ausbildung später als am 1. September eines Jahres begonnen haben, werden nicht zur Sommerabschlussprüfung zugelassen, da zu diesem Zeitpunkt die Mindestausbildungszeit nicht erreicht wird. Diese Regelung beruft sich auf § 43 (1) Berufsbildungsgesetz.

Zulassung zur Abschlussprüfung

§ 43 (1) BBiG „Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen, wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat, oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet;“

§ 43 (1) Berufsbildungsgesetz - Zulassung zur Abschlussprüfung

Für die Zulassung zur Abschlussprüfung gem. § 43 (1) Berufsbildungsgesetz (Zulassung zur Abschlussprüfung nach Ablegung der Ausbildungszeit) darf eine Fehlzeitenquote von 10 % in der praktischen Ausbildung und in der Berufsschule nicht überschritten werden, da dies sonst die Nichtzulassung zur Abschlussprüfung nach sich ziehen kann. Wir bitten die Ausbildenden, die Gesamtanzahl der Fehltage (kein Urlaub, sondern entschuldigtes oder unentschuldigtes Fehlen) der Auszubildenden vom Beginn der Ausbildung an schriftlich festzuhalten, da die Gesamtanzahl der Fehltage mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung vorgelegt werden muss.

§ 8 (1) Berufsbildungsgesetz - Ausbildungszeitverkürzungsmöglichkeiten

Verkürzung der Ausbildungszeit

Gem. § 8 (1) Berufsbildungsgesetz besteht die Möglichkeit, auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und des Ausbildenden bei der Tierärztekammer Nordrhein die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.

Er kann gleichzeitig oder nach Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages, aber auch schon vor Beginn des Ausbildungsverhältnisses gestellt werden. Der Antrag muss so lange vor dem zu erwarteten Prüfungstermin gestellt werden, wie die beantragte Verkürzungszeit beträgt.

Als Gründe für die Abkürzung des Ausbildungsverhältnisses werden nur anerkannt:

1.         Abitur, Fachhochschulreife                                                          Verkürzung von höchstens 6 Monaten

2.         abgeschlossene Berufsausbildung als:                             Verkürzung von höchstens 6 Monaten

 Arzthelferin; Zahnarzthelferin, vet.-med-techn.-Assistentin,
 med.-tech. Assistentin, biolog.-tech.-Assistentin, Biologielaborant,
 Tierwirt, Tierpfleger, Krankenschwester,
 Kinderkrankenschwester, Veterinäringenieur, Landwirte
 

§ 45 Berufsbildungsgesetz – Zulassung zur Abschlussprüfung in besonderen Fällen

(1) Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen.

Hierzu sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, d.h. Notendurchschnitt in den prüfungsbezogenen Fächern in der Berufsschule von 2,0 (dabei darf keine Note schlechter als 3 sein) sowie die regelmäßige Teilnahme am Berufsschulunterricht – insgesamt darf eine Fehlzeitenquote von 10 % in der Berufsschule und in der tierärztlichen Praxis nicht überschritten werden.

Wegezeiten für Auszubildende zwischen Berufsschule und Arbeitsstelle

Sowohl für minderjährige als auch für volljährige Auszubildende gilt, dass die Wegezeiten zwischen Berufsschule und Arbeitsstätte oder umgekehrt auf die Arbeitszeit anzurechnen sind.

Nicht angerechnet wird der Weg von zu Hause zur Berufsschule bzw. zur Arbeitsstätte (oder umgekehrt).

Sowohl für minderjährige als auch für volljährige Auszubildende gilt, dass die unterrichtsfreien Zeiten, also z.B. die Pausen in der Berufsschule, auf die Arbeitszeit anzurechnen sind.

So ergibt sich Folgendes: Erreichen die reguläre betriebliche Arbeitszeit und die Berufsschulzeiten zusammengerechnet nicht die tarifliche bzw. vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit, darf der Ausbildende nicht verlangen, dass die fehlende Zeit außerhalb der üblichen betrieblichen Arbeitszeit nachgearbeitet werden muss.
Anrechnung der Berufsschulzeit

Hat ein Berufsschultag bei jugendlichen Auszubildenden mehr als 5 Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, ist ein solcher Berufsschultag auf die Arbeitszeit mit acht Stunden anzurechnen. Diese Regelung gilt allerdings nur für einen Berufsschultag in der Woche.

Berufsschultage mit mehr als 5 Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten sind mit jeweils 8 Stunden nur auf die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden wöchentlich und nicht auf die kürzere tarifliche Ausbildungszeit von 38,5 Stunden anzurechnen.

Gilt für das Ausbildungsverhältnis die 38,5 Stunden-Woche, verbleibt trotz eines 8-Stunden Berufsschultages eine Ausbildungszeit von 32 Stunden. Infolge der kürzeren tariflichen Arbeitszeit werden von dieser nicht die vollen 8 Stunden abgezogen, sondern lediglich 6,5 Stunden.

Bei volljährigen Auszubildenden gilt die Dauer des Berufsschulunterrichtes inclusive Pausen sowie die Wegezeiten zwischen Berufsschule und Arbeitsstätte oder umgekehrt als Arbeitszeit.

Auslegepflichtige Schutzgesetze

In der tierärztlichen Praxis sind u.a. folgende Schutzgesetze aushangspflichtig:

Mutterschutzgesetz; Jugendarbeitsschutzgesetz; Berufsbildungsgesetz; Röntgenverordnung; Unfallverhütungsvorschriften

§ 76 Berufsbildungsgesetz - Ausbildungsberater

(1) Die zuständige Stelle (Tierärztekammer-Nordrhein) überwacht die Durchführung der Berufsausbildung und fördert diese durch Beratung der an der Berufsbildung beteiligten Personen. Sie hat zu diesem Zweck Berater oder Beraterinnen zu bestellen.

Die Ausbildenden sind verpflichtet, die für die Überwachung notwendigen Auskünfte zu erteilen und Unterlagen vorzulegen sowie die Besichtigung der Ausbildungsstätten zu gestatten.

Die Tierärztekammer Nordrhein hat folgende Ausbildungsberater berufen:

für den Regierungsbezirk Düsseldorf:

Frau                                                                     Frau
Waltraud Quandel-Grützmacher                   Dr. med. vet. Sabine vom Stein
Donnenberger Str. 197                                    St. Konrad Allee 44
42553 Velbert                                                   40723 Hilden
Tel: 02053/504519                                          Tel: 02103 / 22 111
 

für den Regierungsbezirk Köln

Herrn
Dr. med. vet. Ralf B. Unna
Schönhauser Str. 55
50968 Köln
Tel.: 0221/341300


Im folgendenden Text:   1 „Tiermedizinische Fachangestellte“;       2 „Ausbilder“;       3 „Auszubildende“

 

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